Elektro- und Hybridfahrzeuge: Fragen an Delphi

*Die Konsumenten sind zwar noch skeptisch, aber die Anzahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge wird mit den Jahren immer weiter zunehmen. Aber sind die Werkstätten bereit, diese Chance zu nutzen?

In den letzten Jahren wurde die Technik von Elektro- und Hybridfahrzeugen erheblich verbessert. Obwohl die Konsumenten noch etwas skeptisch sind, wird das, zusammen mit dem Druck zur Verringerung der Kosten der Automobilität, zu einer steigenden Akzeptanz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben führen.

Zahlen der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) von Ende Februar zeigen, dass die Zulassungszahlen von elektrischen und anderen alternativ angetriebenen Fahrzeugen gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 27 Prozent gestiegen sind. Noch sind die absoluten Zahlen bescheiden – nur vier Prozent der neu zugelassenen Autos – aber das Wachstum ist kräftig. Schätzungen von Bloomberg New Energy Finance legen nahe, dass der Absatz von Elektrofahrzeugen weltweit auf 41 Millionen Einheiten bis 2040 anwachsen wird – das ist mehr als jedes dritte aller Pkw und leichten Nutzfahrzeuge. Experten sagen voraus, dass bis zu diesem Zeitpunkt jedes vierte Fahrzeug auf den Straßen einen Elektroantrieb haben wird.

Leider sind die Werkstätten noch unzureichend ausgerüstet, um diese Chance zu nutzen.

*Sind die Werkstätten mehrheitlich in der Lage, regelmäßig mit elektrischen und Hybridfahrzeugen umzugehen?

Nach Zahlen des Institute of the Motor Industry (IMI) aus 2015 sind nicht einmal zwei Prozent der Techniker qualifiziert, um an Elektro- und Hybridfahrzeugen zu arbeiten. Diese Zahlen werden sich inzwischen sicher verbessert haben; dennoch bleibt ein deutlicher Mangel an speziellem Know-how für Elektro- und Hybridfahrzeuge festzustellen.

Angesichts der prognostizierten Wachstumszahlen bieten sich hier phantastische Chancen für unabhängige Werkstätten, die zu Investitionen bereit sind. Wer sich jetzt entsprechend aufstellt, kann auf Augenhöhe mit den markengebundenen Händlerketten konkurrieren. Und man kann sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen freien Werkstätten verschaffen, die nicht übe die entsprechenden Ressourcen verfügen, neue Kunden anlocken sowie zusätzlichen Umsatz und Ertrag generieren.

* Wie groß ist der Unterschied zwischen der Arbeit mit E- und Hybridfahrzeugen? Was muss man investieren, um voranzukommen?

Es ist ein deutlicher Unterschied. E-Fahrzeuge haben zum Beispiel Stromkreise von bis zu 650 Volt. Das ist fast drei Mal so viel wie der normale Haushaltsstrom von 220/230 Volt. Wenn man nicht sachgemäß mit diesen Systemen umgeht, bestehen erhebliche Stromschlag- und Feuerrisiken.

Ein weiterer Unterschied sind die Batteriesysteme, die Chemikalien enthalten können, die bei Freisetzung gefährlich werden können.  Außerdem speichern sie erhebliche elektrische Energie, die bei unsachgemäßer Handhabung zu Explosionen führen kann.

Diese Beispiele zeigen, dass Werkstätten sowohl in die Fortbildung ihrer Techniker investieren müssen, als auch in Spezialwerkzeuge und –geräte,  damit sie sicher mit den neuen Fahrzeugen umgehen können.

* Auf welche Hindernisse kann eine Werkstatt stoßen, die mit E- und Hybridfahrzeugen arbeiten will?

Werkstätten müssen sich der zusätzlichen Risiken bewusst sein, die durch die Arbeit an elektrischen und Hybridfahrzeugen auftauchen. Themen sind hier Hochvolt-Komponenten und –Verkabelungen; auch im Ruhezustand des Fahrzeugs hat elektrische Energie das Potenzial, Explosionen oder Brände auszulösen; Magnetkräfte können den E-Motor und das Fahrzeug in Bewegung setzen; beschädigte Batterien können schädliche Gase und Flüssigkeiten freisetzen; potenzielle Magnetfelder, die von den Motorgeneratoren des Fahrzeugs erzeugt werden, können medizinische Geräte wie etwa Herzschrittmacher beeinflussen. So erschreckend diese Aufzählung klingt – mit dem richtigen Training und der richtigen Ausrüstung können die meisten dieser Gefahren in Schach gehalten werden.

* Es muss in Weiterbildung und Ausrüstung investiert werden? Was ist mit der Sicherheit?

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass spezielles Training und fachgerechte Ausrüstung unabdingbar sind. Die Wartung von E-Fahrzeugen ohne das richtige Know-how und die richtigen Tools kann für den Servicetechniker sonst fatale Folgen haben.

Sicherheit ist ebenso zwingend erforderlich, und zwar nicht nur bei der Arbeit am Elektromotor selbst. Selbst vor der Durchführung von Routineaufgaben, wie zum Beispiel dem Austausch der Bremsen, müssen Techniker das Fahrzeug zuerst sicher machen. Damit wird eine völlig neue Herangehensweise bei der Wartung und Reparatur eines Fahrzeugs erforderlich, angefangen bei der Isolierung von Hochvoltsystemen, bis hin zu grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen wie die richtige persönliche Schutzausrüstung und Warnbeschilderung.
 
* Welche Hilfe und welche Unterstützung ist verfügbar?

Siehe die folgende Antwort.

* Wie hilft Delphi?

Als führender Originalhersteller von Elektro- und Hybridsystemen hat Delphi früh die Herausforderungen erkannt, die auf Techniker zukommen, die diese Technologie warten wollen.

Die von Delphi entwickelte bahnbrechende 48 Volt Mildhybrid-Technologie bringt 50 bis 70 Prozent des Nutzens konventioneller Hochvolt-/Vollhybridsysteme bei nur 30 Prozent der Kosten. Das System gewinnt nach dem jüngst eingeführten WLTP-Emissionstestzyklus 85 Prozent der verfügbaren Bremsenergie zurück. Diese Energie kann an den Antriebsstrang zurückgegeben werden. So werden die Emissionen und die Treibstoffeffizienz substanziell verbessert, und es entstehen Potenziale für die künftige Schrumpfung der Motoren.

Entscheidend ist, dass 48 Volt eine deutlich  geringere Spannung darstellt als in anderen Systemen. Die Verdrahtung ist außerdem farbcodiert. Zusammen helfen diese innovativen Lösungen dabei, Techniker zu schützen, die versehentlich unter Strom stehende Komponenten berühren, und können ihre Arbeit am Fahrzeug dadurch sicherer und effizienter machen. Darüber hinaus kann ein System, das unterhalb dieser Sicherheitsschwelle betrieben wird, weniger komplexgehalten werden als ein Hochvolt-System.

Abgesehen von der Technologie hat Delphi auch ein vom IMI zertifiziertes Trainingsprogramm für Hybridfahrzeuge aufgelegt. Der eigens konzipierte Zwei-Tages-Kurs gibt Technikern die Sicherheit und Kompetenz, um sicher an Hybridsystemen zu arbeiten.  Der Kurs lehrt Grundlagen wie die Anforderungen an die persönliche Sicherheitsausrüstung, das Erkennen der Komponenten von Hybridsystemen, das Sichern eines Hybridsystems, die Kenntnis von Magnetsystemen, Hybridintegration, die Nutzung von Schaltdiagrammen und technischen Daten sowie die Bewertung von Hochvoltsystemen. Der Kurs deckt die Hybridkomponenten und Verfahren von zahlreichen Herstellern ab. Nach erfolgreichem Abschluss des Trainings erhalten die Absolventen die Qualifikation nach IMI Level 2 – Hybrid-Wartung – und Level 3 – Reparatur von Hybridsystemen. Mit diesem wertvollen Wissen und Können sind sie bereit für die neue Technologie, die rasch an Verbreitung gewinnt.